Esprit & Schmackes

von Archetypen

Intention, erste Schritte & Stürze mit GNU/Linux Manjaro so um die 1018 Wörter

Nachdem ich vor knapp drei Jahren im, mh, circa siebten Anlauf meinen Einstieg in Linux gefunden hatte und seitdem auf Ubuntu unterwegs war, musste mal eine andere Distribution her. Erstens spackte das System langsam sehr windowstypisch ab (es gibt nichts Schöneres als Absturzmeldungen nach'm Boot), zweitens ist mir Canonical mittlerweile echt zu blöd geworden und drittens hatte ich mal wieder Bock auf 'ne OS-Installation.

 

Debian fiel aufgrund der Ähnlichkeit und des hyperstable- und damit outdated-Zustands flach, den Suse-Gedanken hatte ich schon zum erwähnten Linux-Einstieg ganz tief begraben und bei Distrowatch kannste ja vor lauter "look and feel like Windows"- und den x-ten "superlightweight"-Derivaten kaum noch gucken. Letztlich hängengeblieben sind Arch, weil ich da schon einige Male drübergestolpert bin, das darauf aufbauende Manjaro und nach wiederholtem Recherchieren der Unterschiede zwischen den BSD-Varianten wieder einmal GhostBSD, was ich in der vorherigen MajorVersion bereits einmal ausprobiert hatte.

Archs Hauptattraktion lag für mich vorrangig in den Rolling Releases, weil aktuelle Pakete einfach nett sind. Ein stabiles System ist aber noch netter, und da man sich bei Arch mit 'nem Upgrade auch gern mal das System zerballern kann, fiel die Distri letztlich auch raus. Ich hab' nix gegen Herumbasteln, aber der Rechner zuhause muss echt laufen.

Manjaro leitet die Updates dagegen nicht kommentarlos per Pipe in den Updatemanager, sondern testet sie zumindest mal grob durch. Komplettzerschuss ist dann zwar auch nicht ausgeschlossen, aber das klang schonmal nach 'nem guten Kompromiss.

GhostBSD ist nun eine etwas andere Schiene, da darauf aber die meisten Linux-Pakete laufen ist mir das dann auch wurscht, und allein zum Dank für die BSD-Lizenz wollt ich das nochmal in die engere Auswahl nehmen.

 

Also hieß es letztlich Manjaro und GhostBSD in Virtualbox reinzuömmeln, mich vom problemlosen Setup zu falschen Hoffnungen verleiten lassen, geblendet durch den einen Ticken besser angepassten Standard-Desktop dann die objektiv falsche Wahl zu treffen und daraufhin die echte Installation zu starten. Da GhostBSD es letztendlich aber nichtmal über 30% Installationsfortschritt schaffte, bevor es abkackte, blieb mir das erspart. Manjaro lief gut, also auf die nächste DVD ritzen und ab dafür.

 

Wie mittlerweile üblich kommt der Installer als LiveCD, bei der man "erstmal gucken kann ob es theoretisch auf der Hardware laufen KÖNNTE". Das konnte ich in dem Fall leider nicht, weil im Login-Loop der LiveCD gefangen (sowas hatte ich auch noch nie). Ich kam also zum Loginschirm, der mit einem Countdown ausgestattet war und nach x Sekunden den LiveCD-User einloggen sollte, stattdessen aber immer wieder sich selbst aufrief. Auch das manuelle Einloggen hat daran nichts geändert. Schade.

 

Zwei Threads und jeweils einmal die Empfehlung "vom USB-Stick installieren!" später überwand ich mit dem trügerischen Gefühl "geschafft!" die Login-Schleife und konnte das Livesystem starten. Allet knorkehier, also installieren. Die Installation lief echt schnell und problemlos durch, Grub musste natürlich auch noch nachgeschoben werden und nach einem Reboot konnte ich Selbigen dann verdattert beim Boot-Loop zusehen: nach der Auswahl im Grub-Menü wurde der Screen immer kurz schwarz, dann startete sich der Rechner neu und lud wieder das Grub-Menü inklusive Murmeltier.

Einer bösen Vorahnung folgend wählte ich nach zwanzig Runden mal wieder Ubuntu aus, aber das startete gottseidank problemlos (naja, bis auf die Absturzwillkommensmeldungen), also konnte ich das "nicht schon wieder Grub zerschossen!"-Thema schonmal abhaken. Also nochmal vom Stick booten, das frisch installierte System chrooten und schauen, was so in den Logs gelandet ist (quasi das Verzeichnis looten, dann reimt sich der kack Satz wenigstens).

Ergebnis: nichts. Gähnende Leere im Log-Ordner. Nichtmal 'n syslog war da, also schien es bis zum System gar nicht erst zu kommen. Hrmpf.

 

# update-grub

 

brachte mir dann die unglaublich sinnstiftende Meldung

Generating grub.cfg ...
Found background: /usr/share/grub/background.png
Found linux image: /boot/vmlinuz-310-x86_64
Found initrd image: /boot/initramfs-310-x86_64.img
  /run/lvm/lvmetad.socket: connect failed: Datei oder Verzeichnis nicht gefunden
  WARNING: Failed to connect to lvmetad: Datei oder Verzeichnis nicht gefunden. Falling back to internal scanning.
  /run/lvm/lvmetad.socket: connect failed: Datei oder Verzeichnis nicht gefunden
  /run/lvm/lvmetad.socket: connect failed: Datei oder Verzeichnis nicht gefunden
  No volume groups found
Found Windows 7 (loader) on /dev/sda1
Found Ubuntu 12.04.4 LTS (12.04) on /dev/sda6
Found memtest86+ image: /boot/memtest86+/memtest.bin
done

 

Mhää? Mein Rechner ist auch niemals auch nur aus Versehen an einem verdammten LVM vorbeigetragen worden! Wat soll das?

Nun, keine Ahnung, ich weiß es bis heute nicht. Das Problem scheint arch-typisch (archetypisch, harr geil) auch bei anderen aufzutreten, die scheinbar bis heute keine Lösung gefunden haben, und bei wieder anderen, die letzten Endes 'nen aktuellen Kernel drüberwarfen und jetzt glücklich sind.

Pft, na gut, wenn's sein muss...

 

Den Kernel zu upgraden wird einem bei Manjaro erfreulich leicht gemacht. Dafür kann man den Befehl

$ mhwd-kernel --help
Usage: mhwd-kernel [option]
    -h  --help              Show this help message
    -i  --install           Install a new kernel        [kernel(s)] [optional: rmc = remove current kernel]
    -l  --list              List all available kernels
    -li --listinstalled     List installed kernels
    -r  --remove            Remove a kernel             [kernel(s)]

 

nutzen. Jedenfalls, wenn es kein frisch installiertes System ist. Ansonsten kommt dann sowas:

Warnung: database file for 'core' does not exist
Warnung: database file for 'extra' does not exist
Warnung: database file for 'community' does not exist
Warnung: database file for 'multilib' does not exist
Error: Please make sure if the given kernel(s) exist(s)

 

Dann heißt es, zweimal

# pacman -Syu

hinterherzuwerfen, um die Datenbanken einzulesen und gleich mal das System zu upgraden, was bei mir trotz fetter Internetleitung locker 'ne Dreiviertelstunde in Anspruch nahm.

Danach also endlich den Kernel upgraden

# mhwd-kernel -i linux313

 

booten, einen Siegestanz aufführen und mit der Einrichtung beginnen.

 

Derzeitiger Stand:

 

Passt, wackelt und hat Luft. Systemmäßig ist mir bislang auch noch so gar nichts negativ aufgefallen, die vorinstallierten Programme passen auch wie Stuhl ins Gesicht und es fühlt sich deutlich schneller als mein Ubuntu an. Da bin ich dann wohl zum Bleiben gekommen.

 

\o/

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